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Abzweigklemme

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Abzweigklemme Ratgeber

Alles Wissenswerte rund um Abzweigklemme — Auswahl, Normen und Anwendung.

Abzweigklemmen: Hauptleitungsklemmen für die normgerechte Stromaufteilung

Eine Abzweigklemme trennt eine Hauptleitung in mehrere parallele Abnahmen auf, ohne dass die Leitung selbst durchtrennt werden muss. Sie ist im Wohnungs-, Gewerbe- und Industriebau eine unverzichtbare Komponente in Hausanschlusskästen, Steigleitungsverteilern und Zählerplätzen. In dieser Kategorie führen wir das vollständige Sortiment an 1-poligen, 2-poligen, 4-poligen und 5-poligen Klemmen für Leiterquerschnitte von 6 mm² bis 35 mm² – ausschließlich in der nach DIN VDE 0603-1 vorgeschriebenen geschlossenen Ausführung mit isolierendem Gehäuse.

Polzahl und Querschnitt richtig auswählen

Die Wahl der Polzahl ergibt sich aus dem zu verteilenden Stromkreis: Eine 1-polige Klemme schließt einen einzelnen Leiter an mehreren Abgängen weiter, eine 4-polige Klemme verteilt eine Drehstromversorgung samt Neutralleiter, eine 5-polige zusätzlich den Schutzleiter. In der Praxis am häufigsten verbaut sind 1-polige Hauptleitungsklemmen als Set für die separate Verklemmung der einzelnen Außenleiter, des N und des PE.

Polzahl Anwendung typischer Einsatz
1-polig einzelne Leiter Hausanschluss, Steigleitung, Zählerplatz
2-polig L + N Wechselstromverteilung in Unterverteilungen
4-polig L1, L2, L3, N Drehstromverteilung ohne separaten PE
5-polig L1, L2, L3, N, PE vollständige Drehstromabzweigung

Der maximale Leiterquerschnitt der Klemme muss zur Hauptleitung passen. Üblich sind Klemmen mit asymmetrischen Anschlussbereichen: Hauptanschluss bis 25 oder 35 mm², Abgänge in kleineren Querschnitten von 6 bis 16 mm². Diese Konfiguration entspricht der typischen Anwendung – eine starke Zuleitung verzweigt sich in mehrere schwächere Endstromkreise.

Leiterquerschnitt max. Strombelastung (Cu, B2) typische Anwendung
6 mm² 32 A Herdanschluss, Durchlauferhitzer
10 mm² 50 A Wohnungszuleitung, Wärmepumpe
16 mm² 76 A Hauptleitung Wohnhaus, Photovoltaik
25 mm² 96 A Mehrfamilienhaus, Gewerbeanschluss
35 mm² 119 A Hausanschluss, Industriezuleitung

Die angegebenen Belastbarkeitswerte gelten für Kupferleitung bei Verlegeart B2 nach DIN VDE 0298-4 und 30 °C Umgebungstemperatur. Bei abweichenden Verlegearten, höheren Umgebungstemperaturen oder gehäuften Leitungen sind Reduktionsfaktoren anzuwenden.

Geschlossene Klemmen statt offener Bauformen

Seit der Einführung von DIN VDE 0603-1 sind offene Abzweigklemmen ohne berührungssicheres Gehäuse für Neuinstallationen nicht mehr zulässig. Die heute geführten Klemmen sind ausnahmslos berührungsgeschützt nach Schutzart IP20 oder höher ausgeführt – mit transparentem oder farbigem Isolationsgehäuse, das die spannungsführenden Teile vollständig kapselt. Im Bestand vorhandene offene Klemmen sollten bei jeder Modernisierungsmaßnahme gegen geschlossene Modelle getauscht werden.

Hauptleitungsklemme oder Verteilerklemme?

Im Sprachgebrauch werden beide Begriffe oft synonym verwendet, technisch gibt es jedoch einen Unterschied: Die Hauptleitungs-Abzweigklemme (HAK) sitzt im Hausanschlusskasten und verbindet die Hausanschlussleitung mit den Zuleitungen zu den Zählerplätzen. Die Verteilerklemme sitzt typischerweise im Zählerschrank oder in der Unterverteilung und verteilt nach dem Zähler auf die einzelnen Stromkreise. Beide Bauformen führen wir – Auswahl je nach Einbauort und Querschnitt.

Anschlusstechnik: Schraubklemme oder Federzug?

Klassische Schraubklemmen erfordern beim Anschluss das Anziehen mit dem definierten Drehmoment des Herstellers, üblicherweise 1,5 bis 6 Nm je nach Klemmengröße. Eine Drehmoment-Kontrolle ist Bestandteil jeder Erstprüfung. Moderne Federzugklemmen erlauben den werkzeuglosen Anschluss starrer Leiter durch reinen Steckkontakt; flexible Leiter benötigen vorab eine Aderendhülse. Beide Bauformen sind nach DIN VDE 0606 zugelassen, die Federzugvariante reduziert den Installationsaufwand spürbar bei größeren Verteileranlagen.

Sicheres Einrichten und Plombieren

Hauptleitungs-Abzweigklemmen vor dem Zähler unterliegen der Plombenpflicht des Netzbetreibers. Die endgültige Verdrahtung und Plombierung darf ausschließlich durch ein im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragenes Elektrofachunternehmen erfolgen. Wir liefern alle Klemmen normgerecht vorkonfiguriert – die Endmontage am Hausanschluss ist Aufgabe des Fachhandwerks.

Ergänzende Komponenten für die vollständige Verteilerausstattung finden Sie unter Installationskleinverteiler, Leitungs- und Personenschutz sowie für vorgelagerte Hauptsicherungen unter NH-Sicherungen und Schmelzsicherungen. Für die Verdrahtung empfehlen wir H07V-K Aderleitung und passende Erd- und Mantelleitungen. Zur normgerechten Befestigung der zuführenden Leitungen verweisen wir auf Kabelbefestigung und Schellen.

Sie suchen Klemmen für einen speziellen Querschnitt oder eine ungewöhnliche Polkonfiguration? Unser Vertrieb unterstützt unter 06204 6016721 (Mo–Fr 08:00–16:00) bei der Auswahl und liefert auf Wunsch passend zusammengestellte Sets für Ihre Verteileranlage.

Häufig gestellte Fragen

1 Wann brauche ich eine 1-polige, wann eine 5-polige Abzweigklemme?
1-polige Abzweigklemmen werden als Satz für jeden Leiter einzeln verbaut – einer für L1, einer für L2, L3, N und PE. Diese Bauform bietet maximale Flexibilität und ist bei Hausanschlüssen Standard. 5-polige Klemmen verbinden alle fünf Leiter in einem einzigen Gehäuse und sparen Platz, beschränken aber die Auswahl bei den Leiterquerschnitten. Für klassische Wohngebäude reichen 1- und 2-polige Klemmen meist aus.
2 Welcher Querschnitt muss die Klemme zur Leitung passen?
Der größte Anschluss der Klemme muss den Querschnitt der Hauptleitung aufnehmen können, kleinere Anschlüsse dimensionieren Sie nach den Abgangsquerschnitten. Beispiel: Hauptleitung 25 mm² und drei Abgänge 16 mm² benötigen eine Klemme mit mindestens 25 mm² Hauptanschluss und 16 mm² Abgangsanschluss. Die zulässigen Strombelastungen finden Sie in DIN VDE 0298-4.
3 Sind offene Abzweigklemmen heute noch zulässig?
Nein. Für Neuinstallationen schreibt DIN VDE 0603-1 die Verwendung geschlossener, berührungssicherer Klemmen mit isolierendem Gehäuse vor. Offene Klemmen im Altbestand dürfen weiter betrieben werden, sollten aber bei jeder Modernisierung oder Erweiterung der Anlage gegen geschlossene Modelle getauscht werden. Bei Neueinbauten sind ausschließlich Klemmen mit Schutzart IP20 oder höher zulässig.
4 Was ist der Unterschied zwischen Hauptleitungs-Abzweigklemme und Verteilerklemme?
Die Hauptleitungs-Abzweigklemme (HAK) sitzt im Hausanschlusskasten vor dem Zähler und unterliegt der Plombenpflicht des Netzbetreibers. Die Verteilerklemme sitzt nach dem Zähler in der Unterverteilung und verteilt auf die einzelnen Stromkreise. Beide Bauformen sehen sich technisch ähnlich, unterscheiden sich aber im Einsatzort und den zulässigen Eingriffsrechten.
5 Schraubklemme oder Federzugklemme – was ist besser?
Schraubklemmen sind die klassische und kostengünstigere Variante und für alle Leiterarten geeignet. Sie erfordern den Anzug mit definiertem Drehmoment des Herstellers. Federzugklemmen erlauben einen werkzeuglosen Anschluss bei starren Leitern, sparen Installationszeit und sind besonders bei größeren Verteileranlagen vorteilhaft. Flexible Leiter benötigen bei Federzugklemmen vorab eine Aderendhülse. Beide Systeme sind nach DIN VDE 0606 normgerecht.

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