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Leitungs- / Personenschutzschalter

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Leitungs- / Personenschutzschalter Ratgeber

Alles Wissenswerte rund um Leitungs- / Personenschutzschalter — Auswahl, Normen und Anwendung.

Leitungs- und Personenschutzschalter: FI, LS und Kombi-Schutz für Ihre Anlage

Fehlerstrom- und Leitungsschutzschalter gehören zur sicherheitsrelevanten Grundausstattung jeder Elektroinstallation. In dieser Kategorie finden Sie das vollständige Schutzschalter-Sortiment für die Niederspannungsverteilung – vom klassischen Leitungsschutzschalter über den FI-Schutzschalter bis zum platzsparenden FI/LS-Personenschutzschalter und passenden Phasenschienen. Geprüfte Markenware von ABB, Eaton, Hager, ETI, Siemens und Schrack steht ab Lager zur Auslieferung bereit.

FI-Schutzschalter: Welcher Typ schützt was?

Der Fehlerstrom-Schutzschalter (FI, RCD oder RCCB) trennt einen Stromkreis innerhalb von Millisekunden vom Netz, sobald ein Differenzstrom zwischen Außen- und Neutralleiter auftritt. Welcher FI-Typ in einer Anlage zulässig ist, hängt von den verbauten Verbrauchern ab. Die Auswahl ist seit der Normänderung in DIN VDE 0100-530 verbindlich geregelt – ein falsch dimensionierter FI verliert in bestimmten Lastfällen seine Schutzwirkung.

FI-Typ Erfasste Fehlerströme Typische Anwendung
Typ AC nur sinusförmige Wechselströme in DE nicht mehr zulässig
Typ A AC + pulsierende Gleichströme Standard Haushalt, Beleuchtung, Steckdosen
Typ F Typ A + Mischfrequenzen 1-phasiger Frequenzumrichter Waschmaschinen, Geschirrspüler, moderne Weiße Ware
Typ B Typ F + glatte Gleichfehlerströme PV-Wechselrichter, USV-Anlagen, Industrieantriebe
Typ B+ / EV wie Typ B, optimiert für Ladeströme E-Auto-Wallboxen, Ladesäulen nach IEC 62752

Der Bemessungsdifferenzstrom (IΔn) bestimmt die Auslösegrenze: 30 mA für den Personenschutz in Endstromkreisen mit Steckdosen, 300 mA für den vorbeugenden Brandschutz in Unterverteilungen, 10 mA für besondere Schutzbereiche wie medizinische Anwendungen. Bei der Auswahl zwischen 2- und 4-poligen Geräten gilt: 2-polig für einphasige Stromkreise (230 V), 4-polig für dreiphasige Versorgungen (400 V).

Leitungsschutzschalter: B-, C- oder D-Charakteristik?

Der Leitungsschutzschalter (LS, MCB) schützt Leitungen vor thermischer Überlastung und Kurzschlussströmen. Die Auslösecharakteristik entscheidet darüber, wie schnell der Schalter bei kurzzeitigen Stromspitzen reagiert. Wer einen LS mit B-Charakteristik vor einen Motor mit hohem Anlaufstrom setzt, wird regelmäßig ungewollte Auslösungen erleben.

Charakteristik Auslösestrom Anwendung
B (3- bis 5-fach In) magnetisch ab 3 · In Wohngebäude, Steckdosenstromkreise, Beleuchtung
C (5- bis 10-fach In) magnetisch ab 5 · In induktive Lasten: Trafos, Motoren, Leuchtstoff-Vorschaltgeräte
D (10- bis 20-fach In) magnetisch ab 10 · In hohe Anlaufströme: Schweißtrafos, große Asynchronmotoren

Das Schaltvermögen (Icn) wird in kA angegeben und muss zum Aufstellungsort passen: 6 kA für Haushalt und Kleingewerbe, 10 kA für Industrieanwendungen, 15 oder 25 kA für Hauptverteilungen. Ein 6-kA-Automat darf in einer Anlage mit höherem prospektivem Kurzschlussstrom nicht eingesetzt werden – dies prüft der Fachelektriker bei der Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600.

FI/LS-Kombi: zwei Funktionen in einem Modul

Der FI/LS-Schalter, im Verteilerbau oft als Personenschutzschalter bezeichnet, vereint Fehlerstrom- und Leitungsschutz in einem einzigen Modul. Das spart Platz im Kleinverteiler und entkoppelt jeden Endstromkreis individuell – fällt ein Bereich aus, bleibt der Rest in Betrieb. Besonders in Bestandsanlagen mit knappem Platz in der Verteilung oder bei selektiver Absicherung einzelner Kreise (Tiefkühler, Server, medizinische Geräte) ist der Kombi-Schalter erste Wahl. ABB führt diese Bauform unter der Bezeichnung DS, Hager als ADS, Eaton als mRB.

Phasenschienen für die saubere Verdrahtung

Stiftschienen und Gabelschienen verbinden mehrere Schutzschalter im Verteiler durchgängig auf der Eingangsseite. Sie ersetzen einzelne Brücken aus Aderleitung, reduzieren den Verdrahtungsaufwand erheblich und sorgen für eine normgerechte, übersichtliche Verteilung. Phasenschienen sind in Längen für 2 bis 60 Module und in Ausführungen für 1-, 2-, 3- und 4-polige Verdrahtung erhältlich.

Wofür stehen die Hersteller?

Das Sortiment umfasst Schutzschalter der führenden europäischen Hersteller. ABB-Geräte aus der System pro M compact-Baureihe gelten als Branchenstandard im gewerblichen Bereich. Eaton bietet mit der xEffect-Serie ein wirtschaftliches Programm für Wohn- und Zweckbau. Hager liefert die Volta- und MyHome-Reihen mit einheitlichem Design für komplette Verteileranlagen. ETI deckt vom Leitungsschutz bis zur NH-Sicherung das vollständige Schutzschalter-Programm zu attraktiven Konditionen ab.

Passende Komponenten zur Komplettierung Ihrer Verteilung finden Sie in den Kategorien Installationskleinverteiler, Phasenschienen sowie für die zugehörige Verdrahtung in unserer Kabel-Meterware. Für die Hauptzuleitung und die Verteilerabzweigung empfehlen wir die Abzweigklemmen sowie für den vorgelagerten Hausanschluss unsere NH-Sicherungen. Marken-spezifische Sortimente liegen unter ABB, Eaton und ETI.

Sie sind unsicher, welche Schalterkonfiguration für Ihr Projekt passt? Unser Vertrieb unterstützt Sie unter 06204 6016721 (Mo–Fr 08:00–16:00) bei der Auslegung, der Selektivitätsprüfung und der Auswahl normgerechter Komponenten.

Häufig gestellte Fragen

1 Welcher FI-Typ wird für eine E-Auto-Wallbox benötigt?
Für Ladeeinrichtungen nach IEC 62752 ist ein FI Typ B oder ein dafür zertifizierter Typ EV/B+ vorgeschrieben. Typ A reicht nicht aus, weil moderne Ladeelektronik glatte Gleichfehlerströme erzeugen kann, die ein Typ A nicht erfasst. Viele Wallboxen integrieren bereits eine DC-Fehlerstrom-Erkennung – in diesem Fall genügt vorgelagert ein Typ A mit 30 mA. Prüfen Sie die Herstellerangaben Ihrer Wallbox vor der Auswahl.
2 Was ist der Unterschied zwischen B- und C-Charakteristik bei Leitungsschutzschaltern?
Die B-Charakteristik löst magnetisch beim 3- bis 5-fachen Bemessungsstrom aus und eignet sich für klassische Wohnstromkreise. Die C-Charakteristik toleriert kurzzeitige Stromspitzen bis zum 10-fachen Bemessungsstrom und ist daher für induktive Lasten wie Trafos, kleine Motoren oder Vorschaltgeräte vorgesehen. Bei einer falschen Auswahl mit B-Charakteristik vor induktiven Verbrauchern kommt es regelmäßig zu Fehlauslösungen beim Einschalten.
3 Wofür wird ein 300-mA-FI verwendet?
Ein FI-Schutzschalter mit 300 mA Bemessungsdifferenzstrom dient nicht dem Personenschutz, sondern dem vorbeugenden Brandschutz. Eingesetzt wird er als Vor-Schutz in Unterverteilungen, in landwirtschaftlichen Betriebsstätten und überall dort, wo lange Leitungswege oder schwer zugängliche Anlagenteile vor schleichenden Isolationsfehlern geschützt werden müssen. Für den Personenschutz an Steckdosen sind 30 mA vorgeschrieben.
4 Was ist ein Personenschutzschalter (FI/LS-Kombi)?
Ein FI/LS-Schalter, im Handel oft als Personenschutzschalter geführt, vereint einen Fehlerstrom-Schutzschalter und einen Leitungsschutzschalter in einem einzigen Modul mit der Breite eines normalen LS-Automaten. Vorteil ist die individuelle Absicherung jedes Endstromkreises: Bei einem Fehler löst nur der betroffene Kreis aus, alle anderen bleiben in Betrieb. Besonders sinnvoll bei selektiv abzusichernden Stromkreisen wie Tiefkühler, IT-Anlagen oder medizinischen Geräten.
5 Welches Schaltvermögen brauche ich für meinen Leitungsschutzschalter?
Das Schaltvermögen muss mindestens dem prospektiven Kurzschlussstrom am Einbauort entsprechen. In Wohngebäuden und kleinem Gewerbe reichen üblicherweise 6 kA aus. Bei größeren Anlagen, insbesondere in Industriebetrieben oder Hauptverteilungen, sind 10 kA, 15 kA oder höher erforderlich. Der genaue Wert wird im Rahmen der Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 ermittelt – im Zweifel den vorgelagerten Trafo und die Zuleitungslänge prüfen.

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