Erdungsmaterial

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Erdungsmaterial Ratgeber

Alles Wissenswerte rund um Erdungsmaterial — Auswahl, Normen und Anwendung.

Potentialausgleich und Erdung – Material für die normgerechte Ausführung

Der Potentialausgleich verbindet alle leitfähigen Teile eines Gebäudes so miteinander, dass zwischen ihnen keine gefährliche Spannungsdifferenz entstehen kann. Wasserleitung, Heizungsrohr, Gasleitung, Lüftungskanäle, metallene Gebäudeteile und der Schutzleiter der Elektroinstallation werden auf eine gemeinsame Schiene geführt. Berührt jemand gleichzeitig zwei dieser Teile, liegt zwischen ihnen keine Spannung an – das ist der gesamte Zweck der Maßnahme. Im Sanos Elektroshop finden Sie das Material für Erdung und Potentialausgleich von Markenherstellern.

Haupt- und Zusatzpotentialausgleich

Die DIN VDE 0100-410 unterscheidet zwei Ebenen. Der Hauptpotentialausgleich ist in jedem Gebäude Pflicht und führt alle von außen eintretenden leitfähigen Systeme zusammen. Der Zusatzpotentialausgleich ergänzt ihn dort, wo das Risiko besonders hoch ist.

Art Umfang Mindestquerschnitt Wo
Hauptpotentialausgleich Alle eintretenden Systeme 6 mm² Cu Hausanschlussraum
Zusatzpotentialausgleich Lokale leitfähige Teile 4 mm² Cu Bad, Werkstatt, Stall
Erdungsleitung Zum Fundamenterder 16 mm² Cu Fundament, Ringerder
Schutzpotentialausgleich Schutzleitersystem nach Anlage Verteilung

Die genannten Werte sind Mindestquerschnitte für Kupfer bei geschützter Verlegung. Bei ungeschützter Verlegung oder anderen Materialien gelten abweichende Werte – maßgeblich ist immer die Berechnung für die konkrete Anlage. Passende Leitungen finden Sie unter Aderleitung, Anschlussmaterial unter Kabelschuhe.

Welche Teile müssen einbezogen werden?

Die Regel lautet: alles, was leitfähig ist und von außen ins Gebäude führt oder großflächig mit dem Erdreich in Verbindung steht. In der Praxis wird regelmäßig etwas vergessen – meist erst bei der Abnahme bemerkt.

System Einbeziehen? Hinweis
Wasserleitung metallisch ja Direkt nach Hauseintritt
Gasleitung ja Nach Hauptabsperreinrichtung
Heizungsrohre ja Vor- und Rücklauf
Antennen- und SAT-Anlage ja Häufig vergessen
Lüftungskanäle metallisch ja Bei durchgehender Leitfähigkeit
Kunststoffrohre nein Nicht leitfähig

Die Antennenanlage ist der Klassiker unter den Versäumnissen. Ein Mast auf dem Dach ohne Anbindung an den Potentialausgleich ist bei einem Blitzeinschlag in der Nähe ein direkter Weg für Überspannung in die Hausinstallation.

Erder: Fundament, Ring oder Tiefe?

Der Erder stellt die Verbindung zum Erdreich her. Welche Bauform infrage kommt, entscheidet sich meist über den Zeitpunkt – im Neubau ist der Fundamenterder gesetzt, im Bestand bleiben andere Wege.

Erderart Ausführung Wann
Fundamenterder Bandstahl im Fundament Neubau, Pflicht
Ringerder Band im Erdreich ums Gebäude Neubau, Bestand
Tiefenerder Staberder vertikal eingetrieben Nachrüstung, wenig Platz
Oberflächenerder Band horizontal verlegt Ergänzung

Der Fundamenterder ist bei Neubauten seit Jahrzehnten vorgeschrieben. Er wird in den Beton eingelegt, bevor gegossen wird – ein später nicht nachholbarer Schritt. Im Bestand ohne Fundamenterder ist der Tiefenerder die übliche Nachrüstlösung: Staberder werden gekoppelt und so tief eingetrieben, bis der geforderte Ausbreitungswiderstand erreicht ist.

Potentialausgleich bei Photovoltaik und Wallbox

Mit PV-Anlagen und Ladeeinrichtungen sind in den letzten Jahren zwei Anwendungen dazugekommen, die den Potentialausgleich betreffen und bei Nachrüstungen regelmäßig übersehen werden.

Anlage Einzubeziehen Besonderheit
PV-Anlage Modulrahmen, Montagegestell Anbindung an Haupterdungsschiene
Wallbox Metallgehäuse, Standfuß FI Typ B oder Typ A mit DC-Erkennung
Wärmepumpe Außeneinheit, Rohrleitungen Metallene Kältemittelleitungen
Carport mit Metall Tragkonstruktion Bei Ladepunkt zwingend

Bei der Wallbox kommt zum Potentialausgleich die Frage des FI-Typs. Ladeelektronik kann glatte Gleichfehlerströme erzeugen, die einen FI vom Typ A blind machen. Erforderlich ist deshalb ein Typ B oder ein Typ A in Verbindung mit einer geräteinternen Gleichfehlerstromerkennung – passende Geräte finden Sie unter Leitungs- und Personenschutz.

Potentialausgleich im Bad

Im Badezimmer gilt der Zusatzpotentialausgleich. Einbezogen werden alle metallenen Teile im Bereich der Badewanne und Dusche: Wannenkörper aus Stahl, metallene Wasser- und Abflussrohre, Heizkörper, und bei vorhandenem Metallgestell auch die Unterkonstruktion.

Ein verbreiteter Irrtum betrifft moderne Bäder: Wurde komplett in Kunststoff installiert und steht eine Acrylwanne ohne Metallgestell, gibt es nichts einzubeziehen – der Zusatzpotentialausgleich entfällt dann für diese Teile. Entscheidend ist die Leitfähigkeit, nicht der Raum. Was bleibt, ist der FI-Schutz: Steckdosen im Bad müssen über einen FI-Schutzschalter mit 30 mA abgesichert sein.

Verbindungen korrekt ausführen

Jede Verbindung im Potentialausgleich muss dauerhaft niederohmig und überprüfbar sein. Eingesetzt werden dafür Rohrschellen aus Edelstahl oder verzinktem Stahl, die den Rohrdurchmesser sicher umgreifen, sowie Kabelschuhe an der Sammelschiene.

Zwei Punkte entscheiden über die Haltbarkeit: Die Kontaktfläche muss metallisch blank sein – Lack, Rost und Farbe werden vor der Montage entfernt. Und unterschiedliche Metalle dürfen nicht unmittelbar aufeinandertreffen, weil sonst Kontaktkorrosion entsteht. Kupfer auf verzinktem Stahl braucht ein geeignetes Zwischenstück.

Jede Verbindung muss zugänglich bleiben. Eine zugeputzte oder hinter Fliesen verschwundene Klemmstelle kann bei der nächsten Prüfung nicht gemessen werden – und ist damit ein Mangel.

Prüfung und Dokumentation

Der Potentialausgleich wird bei der Erstprüfung der Anlage gemessen. Geprüft wird der Durchgangswiderstand zwischen der Potentialausgleichsschiene und den angeschlossenen Teilen; der Wert soll möglichst gering sein. Ein auffällig hoher Wert weist auf eine korrodierte oder lose Verbindung hin.

Diese Prüfung ist einer Elektrofachkraft vorbehalten und wird im Prüfprotokoll dokumentiert. Bei Umbauten und Erweiterungen ist sie zu wiederholen – besonders dann, wenn metallene Rohrleitungen durch Kunststoff ersetzt wurden, denn dadurch kann eine zuvor leitende Verbindung unterbrochen worden sein.

Erdungsmaterial im Sanos Elektroshop

Wir führen das Material für Erdung und Potentialausgleich von Markenherstellern: Potentialausgleichsschienen, Rohrschellen, Banderder, Erdungsklemmen und Anschlussmaterial. Ergänzend finden Sie Aderleitung in den erforderlichen Querschnitten und Kabelschuhe für die Anbindung an die Schiene.

Arbeiten am Potentialausgleich und an der Erdungsanlage sind Arbeiten an der elektrischen Anlage und dürfen ausschließlich von einer Elektrofachkraft ausgeführt werden. Bei der Zusammenstellung Ihres Bedarfs beraten wir Sie telefonisch unter 06204 / 6016721, Mo–Fr 08:00–16:00 Uhr. Ab 249 € Bestellwert liefern wir versandkostenfrei innerhalb Deutschlands.

Häufig gestellte Fragen

1 Was ist der Potentialausgleich?
Eine leitende Verbindung aller metallenen Teile eines Gebäudes, damit zwischen ihnen keine gefährliche Spannungsdifferenz entstehen kann. Wasserleitung, Heizung, Gasleitung und Schutzleiter werden auf eine gemeinsame Schiene geführt.
2 Was ist der Unterschied zwischen Haupt- und Zusatzpotentialausgleich?
Der Hauptpotentialausgleich ist in jedem Gebäude Pflicht und führt alle von außen eintretenden leitfähigen Systeme im Hausanschlussraum zusammen. Der Zusatzpotentialausgleich ergänzt ihn lokal, etwa im Bad oder im Stall.
3 Welcher Querschnitt ist für den Potentialausgleich erforderlich?
Für den Hauptpotentialausgleich mindestens 6 mm² Kupfer, für den Zusatzpotentialausgleich 4 mm² und für die Erdungsleitung zum Fundamenterder 16 mm². Die Werte gelten für geschützte Verlegung; maßgeblich ist die Berechnung für die konkrete Anlage.
4 Muss die Antennenanlage in den Potentialausgleich einbezogen werden?
Ja. Ein Antennenmast ohne Anbindung ist bei einem Blitzeinschlag in der Nähe ein direkter Weg für Überspannung in die Hausinstallation. Die Antennenanlage gehört zu den am häufigsten vergessenen Teilen.
5 Brauchen Kunststoffrohre einen Potentialausgleich?
Nein. Einbezogen wird nur, was leitfähig ist. Wurde eine Installation vollständig in Kunststoff ausgeführt, entfällt der Potentialausgleich für diese Rohre – entscheidend ist die Leitfähigkeit, nicht der Raum.
6 Welche Erderarten gibt es?
Der Fundamenterder wird im Neubau in den Beton eingelegt und ist dort vorgeschrieben. Ringerder verlaufen im Erdreich um das Gebäude, Tiefenerder werden vertikal eingetrieben und sind die übliche Nachrüstlösung im Bestand.
7 Wie werden Verbindungen im Potentialausgleich ausgeführt?
Mit Rohrschellen aus Edelstahl oder verzinktem Stahl und Kabelschuhen an der Sammelschiene. Die Kontaktfläche muss metallisch blank sein, und unterschiedliche Metalle brauchen ein Zwischenstück gegen Kontaktkorrosion.
8 Muss der Potentialausgleich zugänglich bleiben?
Ja. Jede Verbindung muss für die Prüfung messbar sein. Eine zugeputzte oder hinter Fliesen verschwundene Klemmstelle kann nicht geprüft werden und stellt einen Mangel dar.

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