Unterputzdosen / Hohlwanddosen

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Unterputzdosen / Hohlwanddosen Ratgeber

Alles Wissenswerte rund um Unterputzdosen / Hohlwanddosen — Auswahl, Normen und Anwendung.

Unterputzdose und Hohlwanddose – die richtige Dose für jeden Wandaufbau

Eine Unterputzdose ist ein genormtes Gehäuse, das bündig in die Wand eingesetzt wird und den Einsatz eines Schalters oder einer Steckdose aufnimmt. Sie stellt den mechanischen Halt her, schützt die Klemmstellen und schließt die Wandöffnung. Der Innendurchmesser beträgt genormt 60 mm – deshalb passen Einsätze aller Markenhersteller in jede normgerechte Dose. Unterschieden wird vor allem nach Wandaufbau: Unterputzdosen für massives Mauerwerk und Hohlwanddosen für Gipskarton und Ständerwände.

Unterputzdose oder Hohlwanddose?

Der Befestigungsmechanismus ist das Unterscheidungsmerkmal. Eine Unterputzdose wird in eine gebohrte Aussparung eingegipst und hält durch das Material. Eine Hohlwanddose wird in ein gebohrtes Loch geschoben und klemmt sich über Krallen selbst an der Plattenrückseite fest.

Merkmal Unterputzdose Hohlwanddose
Wandtyp Mauerwerk, Beton, Putz Gipskarton, Ständerwand, Holz
Befestigung eingegipst Krallen hinter der Platte
Werkzeug Bohrkrone, Gips Bohrkrone, Schraubendreher
Plattendicke irrelevant meist 9,5 bis 25 mm

Für beide Varianten wird mit einer Bohrkrone von 68 mm Durchmesser gearbeitet. Das Maß ist der Standard – es lässt rundum Platz für Gips beziehungsweise für die Krallen der Hohlwanddose.

Welche Einbautiefe brauche ich?

Die Tiefe entscheidet darüber, ob der Einsatz samt Leitungsreserve überhaupt hineinpasst. Zu flach gewählt, lässt sich der Schalter nicht bündig einsetzen; zu tief gebohrt, wird bei Außenwänden die Dämmebene verletzt.

Einbautiefe Geeignet für Hinweis
35 mm (flach) Einfacher Schalter, Steckdose Wenig Klemmraum
45 mm (tief) Standard, Dimmer, Steckdose Empfohlene Regeltiefe
61 mm (extra tief) Bewegungsmelder, Trafo, KNX Für Einbaugeräte mit Elektronik

Als Regel gilt: Im Zweifel die tiefere Dose. Elektronische Einsätze wie Dimmer, Bewegungsmelder oder Funkaktoren brauchen deutlich mehr Raum als ein einfacher Wechselschalter, und Leitungsreserve muss unterkommen, ohne geknickt zu werden.

Mehrfachdosen und Abstandsmaß

Sollen mehrere Positionen unter einem gemeinsamen Rahmen sitzen, ist der Mittenabstand von 71 mm einzuhalten. Dieses Maß ist über alle Hersteller hinweg identisch und die Voraussetzung dafür, dass Mehrfachrahmen passen. Sicher erreicht wird es mit Geräteverbindungsdosen, die bereits im richtigen Abstand verbunden sind – Einzeldosen nach Augenmaß zu setzen, führt regelmäßig zu Rahmen, die nicht schließen. Passende Schalterprogramme finden Sie in unserem Sortiment.

Welche Dose für welchen Wandaufbau?

Der Wandaufbau entscheidet über Dosentyp und Werkzeug. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Konstruktionen zu.

Wandaufbau Dosentyp Werkzeug Besonderheit
Ziegel, Kalksandstein Unterputzdose Hartmetallkrone, Schlag Eingipsen
Beton Unterputzdose Diamantkrone, ohne Schlag Bewehrung beachten
Porenbeton Unterputzdose Krone ohne Schlag Material bricht leicht aus
Gipskarton Hohlwanddose Lochsäge, niedrige Drehzahl Plattendicke prüfen
Holzständerwand Hohlwanddose Lochsäge Ständer nicht anbohren
Dämmebene, Außenwand winddichte Dose je nach Trägermaterial Luftdichtheit erhalten

In Beton ist die Bewehrung das Hauptrisiko. Trifft die Krone auf Betonstahl, ist sie meist verloren, und das Durchtrennen tragender Bewehrung ist statisch unzulässig. Ein Bewehrungssucher ist hier Pflicht, nicht Komfort.

Nicht jede Dose ist eine Geräte-Einbaudose

Neben der klassischen Dose für Schalter und Steckdosen gibt es weitere Bauformen, die im Alltag oft verwechselt werden. Der Unterschied liegt in der Funktion: Eine Gerätedose nimmt einen Einsatz auf, eine Verbindungsdose nur Klemmen.

Dosentyp Funktion Erkennungsmerkmal
Geräte-Einbaudose Nimmt Schalter/Steckdose auf Ø 60 mm, Schraubdome
Verbindungsdose Nur Leitungsverbindung Deckel, keine Schraubdome
Geräteverbindungsdose Mehrere Positionen verbunden Feste 71-mm-Abstände
Elektronikdose Extra Klemmraum 61 mm tief, abgesetzter Boden

Verbindungsdosen werden dort gesetzt, wo Leitungen abzweigen, ohne dass ein Gerät montiert wird. Sie müssen dauerhaft zugänglich bleiben – zugeputzte oder hinter Fliesen verschwundene Klemmstellen sind nach DIN VDE 0100-520 unzulässig. Die Verbindung selbst erfolgt mit WAGO-Klemmen oder Abzweigklemmen.

Für die Leitungseinführung haben Dosen ausbrechbare Öffnungen oder Membraneinführungen. Ausgebrochen wird nur, was tatsächlich belegt wird – jede offene Öffnung ist eine Schwachstelle für Putz, Staub und bei Außenwänden für Luftströmung. Zum Einziehen der Leitungen in bereits gesetzte Dosen eignet sich Wellrohr mit Einzughilfe.

Winddichte Dosen in der Außenwand

In Außenwänden und in der Dampfbremse von Dachgeschossen dürfen keine normalen Dosen gesetzt werden. Eine gewöhnliche Unterputzdose ist nach hinten offen und wird zur Leckage in der luftdichten Gebäudehülle: Warme, feuchte Raumluft strömt in die Konstruktion, kühlt ab und kondensiert in der Dämmung.

Winddichte Dosen sind rückseitig geschlossen und haben Membrandurchführungen für die Leitungen, die sich dicht um den Kabelmantel legen. Bei Dampfbremsfolien wird zusätzlich ein Klebeflansch verwendet. Der Mehrpreis gegenüber einer Standarddose ist gering, der Bauschaden durch Kondensat in der Dämmung dagegen erheblich.

Bei der Sanierung stellt sich oft die Frage, ob alte Dosen weiterverwendet werden können. Solange der Innendurchmesser 60 mm beträgt, die Schraubdome intakt sind und die Dose fest sitzt, spricht nichts dagegen – auch dann nicht, wenn sie Jahrzehnte alt ist. Auszutauschen sind Dosen mit gebrochenen Domen, gerissenem Gehäuse oder zu geringer Tiefe für den neuen Einsatz. Gerade bei Dimmern und Elektronikeinsätzen reicht die Tiefe alter Dosen häufig nicht aus.

Bohren und Setzen in der Praxis

Gebohrt wird mit einer 68-mm-Bohrkrone. In Mauerwerk kommt eine Hartmetall-Krone mit Schlagbohrfunktion zum Einsatz, in Beton eine Diamantkrone im Bohrmodus ohne Schlag – Schlagbohren zerstört die Diamantsegmente. In Gipskarton reicht eine Lochsäge bei niedriger Drehzahl.

Vor dem Bohren ist der Wandbereich auf vorhandene Leitungen zu prüfen. Leitungen verlaufen nach DIN 18015-3 in definierten Installationszonen – waagerecht 30 cm über dem Fertigfußboden und 30 cm unter der Decke, senkrecht 15 cm neben Türen und Fensterlaibungen. Verlassen können Sie sich darauf nicht: In Bestandsbauten wurde häufig diagonal verlegt. Ein Leitungssucher gehört vor jede Bohrung.

Beim Eingipsen wird die Dose leicht vertieft gesetzt, nie überstehend. Ein überstehender Rand verhindert, dass der Rahmen später plan auf der Wand aufliegt.

Unterputzdosen bei Sanos bestellen

Wir führen Unterputz- und Hohlwanddosen mit 60 mm Innendurchmesser in allen gängigen Einbautiefen, als Einzel- und Geräteverbindungsdose, in Standard- und winddichter Ausführung. Ergänzend finden Sie Abzweigklemmen, WAGO-Verbindungsklemmen und Leitungen als Meterware.

Als Fachhändler liefern wir zu Großhandelskonditionen ohne Mindestbestellmenge. Ab 249 € Bestellwert versenden wir versandkostenfrei innerhalb Deutschlands per DHL oder GLS. Beratung unter 06204 / 6016721, Mo–Fr 08:00–16:00 Uhr.

Häufig gestellte Fragen

1 Welchen Durchmesser hat eine Unterputzdose?
Der Innendurchmesser beträgt genormt 60 mm. Deshalb passen Einsätze aller Markenhersteller in jede normgerechte Dose. Gebohrt wird mit einer Bohrkrone von 68 mm Durchmesser.
2 Was ist der Unterschied zwischen Unterputzdose und Hohlwanddose?
Eine Unterputzdose wird in Mauerwerk eingegipst und hält durch das Material. Eine Hohlwanddose klemmt sich über ausklappbare Krallen an der Rückseite einer Gipskartonplatte fest und wird für Ständerwände verwendet.
3 Welche Einbautiefe sollte eine Unterputzdose haben?
45 mm ist die empfohlene Regeltiefe für Standardeinsätze. Flache Dosen mit 35 mm bieten wenig Klemmraum. Für Dimmer, Bewegungsmelder oder Funkaktoren sind 61 mm erforderlich.
4 Welcher Abstand gilt zwischen zwei Unterputzdosen?
71 mm von Mitte zu Mitte. Dieses Maß ist herstellerübergreifend identisch und Voraussetzung dafür, dass Mehrfachrahmen passen. Sicher erreicht wird es mit Geräteverbindungsdosen.
5 Brauche ich in der Außenwand eine spezielle Unterputzdose?
Ja, eine winddichte Dose. Normale Dosen sind nach hinten offen und durchbrechen die luftdichte Gebäudehülle. Warme Raumluft kondensiert dann in der Dämmung. Winddichte Dosen sind rückseitig geschlossen und haben Membrandurchführungen.
6 Mit welchem Bohrer setze ich eine Unterputzdose?
Mit einer 68-mm-Bohrkrone. In Mauerwerk mit Hartmetallkrone und Schlagfunktion, in Beton mit Diamantkrone ohne Schlag, in Gipskarton mit Lochsäge bei niedriger Drehzahl.
7 Wo verlaufen Leitungen in der Wand?
Nach DIN 18015-3 in definierten Zonen: waagerecht 30 cm über dem Fertigfußboden und 30 cm unter der Decke, senkrecht 15 cm neben Türen und Fensterlaibungen. In Bestandsbauten wurde oft abweichend verlegt – vor jeder Bohrung einen Leitungssucher verwenden.

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