Installationskleinverteiler

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Installationskleinverteiler Ratgeber

Alles Wissenswerte rund um Installationskleinverteiler — Auswahl, Normen und Anwendung.

Kleinverteiler für Wohnbau, Gewerbe und Nachrüstung

Ein Kleinverteiler ist das Gehäuse, in dem Sicherungsautomaten, FI-Schutzschalter und weitere Reiheneinbaugeräte auf einer Hutschiene zusammengefasst werden. Er bildet den Verteilpunkt zwischen der Zuleitung und den einzelnen Stromkreisen und ist damit das Herzstück jeder Elektroinstallation. Im Sanos Elektroshop finden Sie Installationskleinverteiler als Aufputz- und Unterputzvariante, ein- bis vierreihig, leer oder fertig bestückt – von Herstellern wie Hager und ABB, zu Großhandelskonditionen.

Wie viele Teilungseinheiten braucht mein Kleinverteiler?

Die Größe eines Kleinverteilers wird in Teilungseinheiten angegeben, abgekürzt TE. Eine Teilungseinheit entspricht 17,5 mm Breite auf der Hutschiene – das ist die Baubreite eines einpoligen Leitungsschutzschalters. Eine Reihe fasst üblicherweise 12 TE. Wie viel Platz Sie brauchen, ergibt sich aus der Summe der Einbaugeräte plus Reserve.

Einbaugerät Breite Funktion
Leitungsschutzschalter 1-polig 1 TE Absicherung eines Stromkreises
Leitungsschutzschalter 3-polig 3 TE Drehstromkreis
FI-Schutzschalter 4-polig 4 TE Personenschutz mehrerer Kreise
FI/LS-Kombi 1-polig+N 2 TE Einzelkreis-Personenschutz

Planen Sie mindestens 20 Prozent freie Teilungseinheiten ein. Nachträgliche Erweiterungen – eine Wallbox, eine PV-Anlage, ein zusätzlicher Stromkreis in der Werkstatt – sind der Regelfall, nicht die Ausnahme. Passende Geräte finden Sie unter Leitungs- und Personenschutz sowie Phasenschienen.

Aufputz oder Unterputz – welcher Kleinverteiler passt?

Die Entscheidung fällt meist über die bauliche Situation. Ein Unterputzverteiler verschwindet in der Wand und schließt bündig ab, verlangt aber eine ausreichend tiefe Nische und wird im Neubau oder bei einer Kernsanierung gesetzt. Ein Aufputzverteiler wird auf die Wand montiert und ist damit die Lösung für Nachrüstung, Keller, Garage und Außenanlagen.

Kriterium Aufputz Unterputz
Montageaufwand gering Wandnische erforderlich
Schutzart bis IP65 verfügbar meist IP30
Erweiterbarkeit einfach baulich begrenzt
Typischer Einsatz Keller, Garage, Werkstatt, Außen Wohnraum, Flur, Neubau

Verteilergröße nach Anwendungsfall

Als Planungshilfe: Die folgende Übersicht nennt typische Bestückungen und die daraus resultierende Verteilergröße für verbreitete Anwendungen.

Anwendung Typische Bestückung Größe Schutzart
Gartenhaus 1 FI, 2–3 LS 1-reihig, 12 TE IP65
Garage, Carport 1 FI, 3–4 LS 1-reihig, 12 TE IP65
Werkstatt 2 FI, 6–8 LS, CEE-Abgang 2-reihig, 24 TE IP65
Wallbox FI Typ B, LS, Steuerung 1-reihig, 12 TE IP65
Wohnungsunterverteilung 2 FI, 10–14 LS, SPD 3-reihig, 36 TE IP30

Für die Wallbox gilt eine Besonderheit: Erforderlich ist ein FI vom Typ B oder ein Typ A in Kombination mit einer geräteinternen Gleichfehlerstromerkennung. Ein einfacher Typ A allein genügt nicht, weil Ladeelektronik glatte Gleichfehlerströme erzeugen kann, die einen Typ A blind machen.

Kleinverteiler, Unterverteilung oder Zählerschrank?

Die Begriffe werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche Anlagenteile mit unterschiedlichen Anforderungen. Der Unterschied ist nicht akademisch: Für den Zählerplatz gelten die Technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers, für eine Unterverteilung nicht.

Anlagenteil Funktion Besonderheit
Zählerschrank Messeinrichtung, Hausanschluss TAB des Netzbetreibers, plombiert
Hauptverteilung Verteilt auf Unterverteilungen Selektiv gestaffelt
Unterverteilung Etage, Gebäudeteil Eigene Zuleitung
Kleinverteiler Einzelne Stromkreise 1 bis 4 Reihen, frei platzierbar

Ein Kleinverteiler versorgt einen abgegrenzten Bereich – Garage, Gartenhaus, Werkstatt, eine nachgerüstete Wallbox. Er hängt an einer eigenen, im Hauptverteiler abgesicherten Zuleitung. Für deren Absicherung im vorgelagerten Verteiler führen wir NH-Sicherungen und Schmelzsicherungen.

Was gehört in einen Kleinverteiler?

Die Bestückung folgt einer festen Logik. Am Eingang steht der Hauptschalter oder die vorgelagerte Absicherung, dahinter der FI-Schutzschalter, danach die einzelnen Leitungsschutzschalter für die abgehenden Stromkreise. Verbunden wird die Reihe über eine Phasenschiene, die alle Automaten gleichzeitig speist und einzelne Drahtbrücken überflüssig macht.

Beim FI-Schutzschalter entscheidet der Typ über die Eignung. Typ A erfasst pulsierende Gleichfehlerströme und ist der Standard im Wohnbau. Typ F ist zusätzlich für frequenzumrichtergesteuerte Geräte wie Waschmaschinen mit Inverter ausgelegt. Typ B erfasst auch glatte Gleichfehlerströme und ist überall dort vorgeschrieben, wo Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge oder Photovoltaik-Wechselrichter angeschlossen werden.

Ein Kleinverteiler braucht außerdem eine N- und eine PE-Klemmleiste, eine Beschriftung der Stromkreise und – je nach Anlagensituation – einen Überspannungsschutz. Die Stromkreisbeschriftung ist keine Formalität: Sie ist Teil der Dokumentation und Voraussetzung dafür, dass die Anlage bei einer späteren Prüfung oder Erweiterung nachvollziehbar bleibt.

IP-Schutzart beim Kleinverteiler richtig wählen

In trockenen Innenräumen genügt IP30 – ein Schutz gegen Fremdkörper, aber nicht gegen Feuchtigkeit. Sobald der Verteiler in Garage, Keller, Stall oder im Freien sitzt, ist IP65 die richtige Wahl: staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser. Diese Gehäuse sind rundum gedichtet und haben eine verschließbare Tür mit umlaufender Dichtung.

Achten Sie bei IP65-Verteilern darauf, dass die Leitungseinführung die Schutzart nicht unterläuft. Die Zuleitung wird über Kabelverschraubungen passender Gewindegröße eingeführt, nicht durch eine offene Bohrung. Ungenutzte Einführungen werden mit Blindstopfen verschlossen.

Für die Verdrahtung innerhalb des Verteilers wird Aderleitung H07V-K verwendet, versehen mit Aderendhülsen. Die Zuleitung wird über eine Kabelverschraubung eingeführt und mit einer Zugentlastung gesichert, damit keine Kraft auf die Klemmstellen wirkt.

Bestückter Verteiler oder Leergehäuse?

Ein fertig bestückter Verteiler kommt vorverdrahtet an – FI-Schutzschalter, Sicherungsautomaten und Phasenschiene sind bereits montiert und aufeinander abgestimmt. Das spart Montagezeit und Fehlerquellen, besonders bei Standardanwendungen wie einem Garagen- oder Gartenhausanschluss. Fertige Kombinationen finden Sie in unseren Spar-Sets.

Ein Leergehäuse lohnt sich, wenn die Bestückung von der Anlagensituation abhängt – etwa bei selektiver Absicherung, gemischten FI-Typen oder wenn Zusatzgeräte wie Überspannungsschutz oder Schaltuhren unterzubringen sind. Die passenden Komponenten finden Sie unter Verteilungen und Zubehör.

Kleinverteiler im Sanos Elektroshop

Wir führen Installationskleinverteiler etablierter Hersteller in allen gängigen Ausführungen – vom einreihigen Aufputzgehäuse für den Gartenhausanschluss bis zum vierreihigen Verteiler für die Werkstatt. Dazu das komplette Innenleben: ABB-Sicherungsautomaten, FI-Schutzschalter, NH-Sicherungen und Verdrahtungsmaterial.

Die Installation und der Anschluss eines Kleinverteilers dürfen ausschließlich von einer Elektrofachkraft ausgeführt werden. Bei der Zusammenstellung Ihres Bedarfs beraten wir Sie gern – telefonisch unter 06204 / 6016721, Mo–Fr 08:00–16:00 Uhr. Ab 249 € Bestellwert liefern wir versandkostenfrei innerhalb Deutschlands.

Häufig gestellte Fragen

1 Was bedeutet TE bei einem Kleinverteiler?
TE steht für Teilungseinheit und bezeichnet die Baubreite auf der Hutschiene. Eine Teilungseinheit entspricht 17,5 mm – der Breite eines einpoligen Leitungsschutzschalters. Eine Verteilerreihe fasst üblicherweise 12 TE.
2 Wie groß muss ein Kleinverteiler sein?
Die Größe ergibt sich aus der Summe der Einbaugeräte plus Reserve. Ein FI-Schutzschalter belegt 4 TE, ein einpoliger Sicherungsautomat 1 TE. Planen Sie mindestens 20 Prozent freie Teilungseinheiten für spätere Erweiterungen ein.
3 Aufputz oder Unterputz – welcher Kleinverteiler ist besser?
Unterputzverteiler schließen bündig mit der Wand ab und werden im Neubau gesetzt, benötigen aber eine Wandnische. Aufputzverteiler lassen sich nachrüsten, sind bis IP65 erhältlich und damit die Wahl für Keller, Garage, Werkstatt und Außenbereich.
4 Welche IP-Schutzart braucht ein Kleinverteiler?
In trockenen Innenräumen genügt IP30. In Garage, Keller, Stall oder im Freien ist IP65 erforderlich – staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser. Die Leitungseinführung muss dann über Kabelverschraubungen erfolgen, nicht über offene Bohrungen.
5 Darf ich einen Kleinverteiler selbst anschließen?
Nein. Installation und Anschluss eines Kleinverteilers sind Arbeiten an der festen Elektroinstallation und dürfen nach VDE-Bestimmungen ausschließlich von einer Elektrofachkraft ausgeführt werden.
6 Was ist der Unterschied zwischen Kleinverteiler und Zählerschrank?
Ein Zählerschrank nimmt die Messeinrichtung auf und unterliegt den Technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers; er ist plombiert. Ein Kleinverteiler verteilt nachgelagert einzelne Stromkreise und ist frei platzierbar.
7 Welcher FI-Typ gehört in einen Kleinverteiler?
Typ A ist der Standard im Wohnbau. Typ F zusätzlich für frequenzumrichtergesteuerte Geräte. Typ B ist vorgeschrieben, wo Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge oder PV-Wechselrichter angeschlossen werden.

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