Leitungs- / Personenschutzschalter

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Leitungs- / Personenschutzschalter Ratgeber

Alles Wissenswerte rund um Leitungs- / Personenschutzschalter — Auswahl, Normen und Anwendung.

Schutzgeräte für die Verteilung im Überblick

Diese Kategorie fasst zusammen, was in einer Verteilung auf der Hutschiene sitzt: Geräte für den Leitungsschutz, für den Personenschutz, für das Schalten von Lasten und für die Verdrahtung dazwischen. Wer gezielt sucht, findet die beiden großen Gruppen in eigenen Kategorien – Leitungsschutzschalter und FI-Schutzschalter. Auf dieser Seite liegt der Schwerpunkt auf dem, was dort nicht hineingehört: Kombigeräte, Schaltgeräte und Schienen.

Welches Gerät schützt wovor?

Gerät Schützt vor Schützt
Leitungsschutzschalter Überlast, Kurzschluss die Leitung
FI-Schutzschalter Fehlerstrom gegen Erde den Menschen
FI/LS-Kombi beides Leitung und Mensch, je Stromkreis
Motorschutzschalter Überlast, Phasenausfall den Motor

Diese Zuordnung ist der häufigste Stolperstein in der Praxis. Ein FI ersetzt keine Sicherung und eine Sicherung keinen FI – sie überwachen verschiedene Größen. Erst zusammen ergeben sie den Schutz, den die Normung für eine Endstromkreisverteilung vorsieht. Wer eine Anlage plant oder erweitert, geht deshalb beide Fragen getrennt durch: Welcher Querschnitt liegt, und wie wird er geschützt – und welche Stromkreise brauchen zusätzlich Fehlerstromschutz.

FI/LS-Kombigeräte

Das Kombigerät vereint Fehlerstrom- und Leitungsschutz für einen einzelnen Stromkreis in einem Gehäuse. Zwei Vorteile stehen dem höheren Stückpreis gegenüber: Es braucht weniger Platz auf der Hutschiene als die Kombination aus Gruppen-FI und Automat, und es trennt im Fehlerfall nur den betroffenen Stromkreis. Bei einem Gruppen-FI fallen dagegen alle dahinterliegenden Kreise gemeinsam aus – in Serverräumen, Kühlbereichen und Vermietungen ist das oft das entscheidende Argument.

Wir führen Kombigeräte unter anderem von ABB, Eaton, Gewiss und Siemens, überwiegend mit B-Charakteristik bei 16 A und 30 mA Auslösestrom.

Zu beachten ist der Platzbedarf: Ein Kombigerät belegt je nach Bauform ein bis zwei Teilungseinheiten pro Stromkreis, während die klassische Lösung mit einem Gruppen-FI dessen vier Einheiten auf mehrere Abgänge verteilt. Bei vielen Stromkreisen kehrt sich der Platzvorteil deshalb um. Die Rechnung lohnt sich vor der Bestellung, besonders wenn die vorhandene Verteilung nicht getauscht werden soll.

Phasenschienen für die Reihe

Bauform Kontakt Typischer Einsatz
Stiftschiene Stift in die Klemme Standard für Reihen gleicher Geräte
Gabelschiene Gabel um die Klemmschraube wo der Stift nicht fasst
3-phasig L1, L2, L3 im Wechsel Drehstromverteilung, gleichmäßige Lastaufteilung

Die Phasenschiene ersetzt die Einzelverdrahtung zwischen den Geräten einer Reihe. Das spart Zeit, reduziert Klemmstellen und macht das Feld übersichtlich. Unser Sortiment umfasst geschlossene 3-Phasen-Stiftschienen in verschiedenen Modulbreiten, auch in einer Ausführung für Felder mit FI/LS-Kombigeräten. Eine größere Auswahl finden Sie unter Phasenschienen.

Installationsschütze und Stromstoßschalter

Beide Geräte schalten Lasten, aber auf unterschiedliche Art. Der Installationsschütz hält die Last, solange Steuerspannung anliegt – er wird für Heizungen, Lüftungen und große Beleuchtungsgruppen eingesetzt, die über einen Taster oder eine Zeitschaltung angesteuert werden. Der Stromstoßschalter wechselt bei jedem Impuls seinen Zustand und behält ihn danach ohne Spannung. Das ist die klassische Lösung für Flur- und Treppenhausbeleuchtung, die von mehreren Stellen geschaltet wird: Statt einer Kreuzschaltung über viele Leitungen genügt ein Taster je Stelle.

Beide Geräte brauchen eine Steuerspannung, die getrennt von der geschalteten Last betrachtet wird. Beim Stromstoßschalter ist außerdem die Zahl der angeschlossenen Taster begrenzt, weil Glimmlampen in den Tastern einen Reststrom führen, der das Gerät ungewollt schalten lassen kann. Die zulässige Zahl steht im Datenblatt des jeweiligen Geräts.

Personenschutz-Adapter für die Baustelle

Ortsveränderliche Personenschutzschalter – auch PRCD genannt – sichern einzelne Geräte oder Verlängerungen an Anschlusspunkten, deren Zustand nicht bekannt ist. Auf Baustellen, in Altbauten und bei Arbeiten im Freien ist das der pragmatische Weg zum Personenschutz, wenn die feste Installation keinen FI besitzt. Für den dauerhaften Baustellenbetrieb sind CEE-Verteiler mit eingebautem FI die bessere Lösung.

Komplettsets für den Verteilerbau

Für wiederkehrende Bestückungen führen wir vorkonfektionierte Sets, die einen FI-Schutzschalter, mehrere Leitungsschutzschalter und die passende Sammelschiene zusammenfassen. Das erspart die Einzelbestellung und stellt sicher, dass Schiene und Geräte zusammenpassen. Typisch ist die Kombination aus einem 4-poligen FI mit 40 A und 30 mA, mehreren B16-Automaten und einer 3-phasigen Sammelschiene.

Das passende Gehäuse finden Sie unter Kleinverteiler, Klemmen und Montagematerial unter Verteilerzubehör und Abzweigklemmen.

Reihenfolge in der Verteilung

Ebene Gerät Funktion
1 — Einspeisung Hauptschalter Anlage freischalten
2 — vorgelagert FI 300 mA, selektiv Brandschutz, optional
3 — Gruppe FI 30 mA Personenschutz für mehrere Stromkreise
4 — Stromkreis Leitungsschutzschalter Leitungsschutz je Abgang
Alternative zu 3 und 4 FI/LS-Kombi beides je Stromkreis

Die Reihenfolge läuft von der Einspeisung zum Verbraucher, und jede Ebene hat eine andere Aufgabe. Wo Platz knapp ist oder ein Fehler nicht mehrere Kreise mitreißen darf, ersetzt das Kombigerät die Ebenen drei und vier. Für Schaltgeräte wie Schütze und Stromstoßschalter gibt es keine feste Position – sie sitzen im Abgang hinter der Sicherung des jeweiligen Stromkreises.

Platzbedarf auf der Hutschiene

Gerät Teilungseinheiten
Leitungsschutzschalter 1-polig 1 TE
Leitungsschutzschalter 3-polig 3 TE
FI-Schutzschalter 2-polig 2 TE
FI-Schutzschalter 4-polig 4 TE

Eine Teilungseinheit misst 18 mm, eine Reihe im Kleinverteiler fasst üblicherweise zwölf davon. Mit dieser Rechnung lässt sich vor der Bestellung prüfen, ob die geplante Bestückung in das vorhandene Gehäuse passt – und ob es Sinn ergibt, auf Kombigeräte auszuweichen. Gehäuse mit mehreren Reihen finden Sie unter Kleinverteiler.

Herstellerübergreifend oder aus einer Hand

Alle Geräte sind für die Hutschiene nach DIN EN 60715 ausgelegt und mechanisch kombinierbar. Bei der Verdrahtung über Phasenschienen lohnt der Blick ins Detail: Die Teilung ist genormt, die Lage der Abgriffe nicht immer. Wer ein Feld neu aufbaut, fährt mit Geräten eines Herstellers ruhiger. Einzelne Marken finden Sie unter ABB, Siemens und ETI.

Häufig gestellte Fragen

1 Was ist der Unterschied zwischen FI, LS und FI/LS-Kombi?
Der Leitungsschutzschalter schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss, der FI-Schutzschalter den Menschen vor Fehlerströmen gegen Erde. Das Kombigerät vereint beides für einen einzelnen Stromkreis in einem Gehäuse.
2 Wann lohnt sich ein FI/LS-Kombigerät gegenüber einem Gruppen-FI?
Wenn ein Fehler nicht mehrere Stromkreise mitreißen darf. Beim Gruppen-FI fallen alle dahinterliegenden Kreise gemeinsam aus; das Kombigerät trennt nur den betroffenen. In Serverräumen, Kühlbereichen und Vermietungen ist das meist das entscheidende Argument.
3 Was ist der Unterschied zwischen Stift- und Gabelschiene?
Die Bauform des Kontakts. Die Stiftschiene wird mit einem Stift in die Klemme geführt, die Gabelschiene umgreift die Klemmschraube. Welche passt, hängt von der Anschlusstechnik der Geräte ab.
4 Wofür brauche ich einen Stromstoßschalter?
Für Beleuchtung, die von mehreren Stellen geschaltet wird. Er wechselt bei jedem Impuls seinen Zustand und behält ihn ohne Spannung. Statt einer Kreuzschaltung über viele Leitungen genügt ein Taster je Schaltstelle.
5 Was unterscheidet einen Installationsschütz vom Stromstoßschalter?
Der Schütz hält die Last, solange Steuerspannung anliegt – er fällt bei Spannungsausfall ab. Der Stromstoßschalter behält seinen Zustand auch ohne Spannung. Schütze werden für Heizungen, Lüftungen und große Beleuchtungsgruppen eingesetzt.
6 Was ist ein PRCD?
Ein ortsveränderlicher Personenschutzschalter. Er sichert einzelne Geräte oder Verlängerungen an Anschlusspunkten, deren Zustand nicht bekannt ist – auf Baustellen, in Altbauten und bei Arbeiten im Freien, wenn die feste Installation keinen FI besitzt.
7 Kann ich Geräte verschiedener Hersteller in einer Verteilung mischen?
Mechanisch ja, alle sind für die Hutschiene nach DIN EN 60715 ausgelegt. Bei der Verdrahtung über Phasenschienen lohnt der Blick ins Detail: Die Teilung ist genormt, die Lage der Abgriffe nicht immer.
8 Was enthält ein Komplettset für den Verteilerbau?
Typisch ist die Kombination aus einem 4-poligen FI-Schutzschalter mit 40 A und 30 mA, mehreren Leitungsschutzschaltern B16 und einer 3-phasigen Sammelschiene. Das erspart die Einzelbestellung und stellt sicher, dass Schiene und Geräte zusammenpassen.

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